World Water Development Report 2019

Die Landbevölkerung Boranas verfügt über 4 L pro Tag. Das bedeutet 11 Liter unter dem festgelegten Mindeststandard, der bei 15 L liegt.
In Deutschland liegt der Trinkwasserverbrauch bei 125 Liter am Tag mit Toilettenspülung
Auf der Erde gibt es insgesamt etwa 1,4 Milliarden Kubikkilometer Wasser. Doch nur 3,5 Prozent davon sind Süßwasser, also trinkbares Wasser für Menschen.

Auch die letzten Berichte aus den Jahren 2018, 2017 usw. sind nahezu identisch in ihren Aussagen, trotz Agenda 2030. Die Agenda wurde 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet. Die Bundesregierung hat sich intensiv an der Formulierung der Agenda und ihrer 17 Nachhaltigkeitsziele beteiligt. Die große Bedeutung, die das Thema Wasser für die internationale Gemeinschaft hat, wird durch die Aufnahme des ehrgeizigen Ziels 6 in die Agenda deutlich: „Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle bis 2030 gewährleisten.“

Viele Regionen erleben stärkere und häufigere Dürren, anderswo enden Niederschläge zunehmend in Überschwemmungen. Schadstoffe und übermäßige Düngung und Pestizide belasten die Gewässer. Wachsende Städte beziehen Trinkwasser aus immer größeren Einzugsgebieten und aus immer tieferen Grundwasservorkommen, gleichzeitig steigt der Wasserbedarf von Landwirtschaft und Industrie. Ziel ist nicht erst seit der Agenda 2030 eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung, die gerechten Interessenausgleich, die Einlösung des Menschenrechts auf Trinkwasser und sanitäre Anlagen für alle und die Bewahrung tragfähiger Wasservorkommen für die Zukunft umfasst. Das Internationale Hydrologische Programm (IHP) der UNESCO

  • Das Programm Hydrology for Environment, Life and Policy (HELP) entwickelt zum Beispiel integriertes Wasserressourcenmanagement (IWRM) für mehrere Dutzend Flusseinzugsgebiete, durch Zusammenarbeit von Wissenschaft und Verwaltung vor Ort.
  • Das Programm Flow Regimes from International Experimental and Network Data (FRIEND) entstand in den 1980er Jahren aus der regionalen Zusammenarbeit von Hydrologen aus Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden und Dänemark. Mittlerweile arbeiten Wissenschaftler in einem Dutzend FRIEND-Regionen zusammen. Durch FRIEND haben viele Regierungen erstmals Daten von Flusspegelständen international zur Verfügung gestellt.
  • Dass Programm From Potential Conflict to Co-operation Potential(PCCP) nutzt die Tatsache, dass Wasser in konfliktbelasteten Situationen Brücken der Zusammenarbeit schaffen kann. Zwar gab es in den letzten fünfzig Jahren über 600 konfliktähnliche Vorkommnisse ums Wasser (sieben davon gewalttätig), aber PCCP will zeigen, dass Kriege um Wasser nicht unausweichlich sind. Vielmehr könnten Kooperationen im Wassersektor zwischenstaatliche Konflikte sogar entschärfen.
  • Das Programm Worldwide Hydrogeological Mapping and Assessment Programme (WHYMAP) wiederum fasst alle verfügbaren Daten zu Grundwasservorkommen zusammen und produziert auf der Basis globale Karten. Langjähriger Partner der UNESCO ist die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover. 

Es ist eine brisante Mischung von Angebot, Nachfrage, Qualität und Extremereignisse

Die globale Nachfrage nach Wasser ist zuletzt pro Jahr um etwa 1% gestiegen. Bevölkerungswachstum, wirtschaftliche Entwicklung und veränderte Konsummuster sind einige der Gründe für diesen Anstieg. Die Nachfrage wird in den nächsten zwei Jahrzehnten weiter deutlich zunehmen. Der Wasserbedarf von Haushalten und Industrie wird dabei voraussichtlich deutlich schneller steigen als der der Landwirtschaft, auch wenn die Landwirtschaft größter Nutzer bleiben wird. Entwicklungs- oder Schwellenländer sind größtenteils für die steigende Wassernachfrage verantwortlich. Zugleich verändert der Klimawandel den globalen Wasserkreislauf. Feuchte Regionen werden in der Regel feuchter und trockene Regionen noch trockener. Derzeit leben schätzungsweise 3,6 Milliarden Menschen (51% der Weltbevölkerung) in Gebieten, die voraussichtlich mindestens einen Monat pro Jahr von Wasserarmut betroffen sind.

Diese Zahl wird Prognosen zufolge bis 2050 auf etwa 4,8 bis 5,7 Milliarden Menschen ansteigen. Seit den 1990er Jahren hat die Wasserverschmutzung fast aller Flüsse Afrikas, Asiens und Lateinamerikas zugenommen. Die Wasserqualität wird in den nächsten Jahrzehnten voraussichtlich sogar weiter abnehmen. Damit einher geht eine wachsende Gefährdung der menschlichen Gesundheit, der Umwelt und der nachhaltigen Entwicklung. Weltweit ist die Belastung durch Nährstoffe das größte Problem der Wasserqualität. In vielen Regionen kommt eine Belastung durch Krankheitserreger hinzu. Auch belasten Hunderte von Chemikalien die Wasserqualität. Der größte Anstieg der Schadstoffbelastung ist für Länder mit niedrigem und unterem mittlerem Einkommen zu befürchten. Gründe dafür sind vor allem ein höheres Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum und das Fehlen von Abwassermanagementsystemen. Künftige Entwicklungen hinsichtlich der Wasserverfügbarkeit und -qualität gehen einher mit voraussichtlichen Veränderungen der Hochwasser- und Dürrerisiken. Die Zahl der von Überschwemmungen bedrohten Menschen soll laut Prognosen von den aktuell 1,2 Milliarden auf rund 1,6 Milliarden im Jahr 2050 ansteigen (fast 20 % der Weltbevölkerung). Die Zahl der Menschen, die derzeit von Landdegradierung, Wüstenbildung und Dürre betroffen sind, wird auf 1,8 Milliarden geschätzt. Gemessen an den Todesfolgen und sozioökonomischen Auswirkungen im Verhältnis zum Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist dies die gefährlichste Art von „Naturkatastrophen“.

Die Degradierung von Ökosystemen und damit einhergehende Schwächung der Ökosystemleistungen zählt zu den wichtigsten Ursachen für die zunehmenden Probleme bei der Wasserbewirtschaftung. Zwar sind etwa 30% der weltweiten Landfläche noch bewaldet, doch mindestens zwei Drittel dieser Fläche sind heute in einem degradierten Zustand. Der Großteil der Böden weltweit, insbesondere der landwirtschaftlich genutzten, befindet sich in mittelmäßigem, schlechtem oder sehr schlechtem Zustand. Aufgrund damit einhergehender höherer Verdunstungsraten, geringerer Bodenwasserspeicherung und vermehrtem Oberflächenabfluss bei gleichzeitig zunehmender Erosion hat dies gravierende Folgen für den Wasserkreislauf. Seit dem Jahr 1900 sind schätzungsweise 64 bis 71% der natürlichen Feuchtgebiete weltweit durch das Wirken des Menschen verloren gegangen. All diese Veränderungen hatten sowohl auf regionaler Ebene wie auch im weltweiten Maßstab erhebliche negative Auswirkungen auf das Wasser. Solche Veränderungen von Ökosystemen haben im Laufe der Geschichte offensichtlich zum Untergang alter Zivilisationen beigetragen. Für uns stellt sich heute die Frage, ob wir ein ähnliches Schicksal abwenden können. Die Antwort wird auch davon abhängen, inwieweit es uns gelingt, mit der Natur zu arbeiten statt gegen sie – zum Beispiel durch Nutzung von NBS.

Weltwassertag ist der 22.03.2019 World Water Development Report 2019 official Launch

19.03.2019 Tagessau

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