„The Sixth Extinction“ hat begonnen, der Mensch löscht sich selber aus

Neben dem üblichen Sortiment von Panama Hüten und farbenfrohe Stickereien bietet der Markt das, was sein muss, die weltweit größte Auswahl an Goldfroschfiguren.

Es gibt goldene Frösche, die auf Blättern ruhen, und goldene Frösche, die auf ihren sitzen Hinterteile und – etwas schwieriger zu verstehen – goldene Frösche die Handys umklammern.

Es gibt goldene Frösche, die Rüschenröcke tragen und goldene Frösche, die auffallende Tanzposen und goldene Frösche rauchen Zigaretten. Der goldene Frosch, Taxis gelb mit dunkelbraunen Flecken, ist endemisch in die Gegend um El Valle. Er gilt als Glückssymbol in Panama; sein Bild wird (oder war früher zumindest) wurde auf Lotterielosen gedruckt. Vor kurzem waren goldene Frösche leicht zu erkennen, doch dann verschwanden sie.

Ein Teil dessen, was die Situation so rätselhaft machte, war; Frösche schienen nicht nur aus bevölkerten Gebieten zu verschwinden, sondern auch an relativ unberührten Orten, wie in den Sierras und in den Bergen Mittelamerikas. Die goldene Kröte, jetzt als ausgestorben eingestuft, war nur sehr weit entfernt von der Panamischer Goldfrosch.

Etwa zur gleichen Zeit, in Zentral-Costa Rica stellten Biologen fest, dass die Bevölkerung von mehrere endemische Froscharten waren abgestürzt. Seltene und hoch spezialisierte Arten verschwanden und waren damit viel bekannter Arten. In Ecuafor, die Jambato-Kröte, ein häufiger Besucher im Hinterhof und in Gärten verschwanden innerhalb weniger Jahre.

Then a postdoc with several years of collecting experience told him that
he couldn’t fi nd any amphibians, either.
“I said, ‘OK, I’ll go up with you, and we’ll go out to some proven places,’
Wake recalled.
“And I took him out to this proven place, and we found like two toads.”

Mit ihrem Buch „The Sixth Extinction“ hat die Journalistin Elizabeth Kolbert den Pulitzer-Preis in der Kategorie Sachbuch gewonnen. In einem Artikel von National Geographic stellt sich Kolbert zu den Fragen:

Können wir das Artensterben noch bremsen?

Werden die Menschen Opfer ihres eigenen Massenaussterbens werden?

Einer neuen Studie zufolge vollzieht sich das Artensterben mit einer beunruhigenden Geschwindigkeit. Für die Schriftstellerin Elizabeth Kolbert stellen sich dadurch Fragen zu unserem Überleben. 

Wie der Dalai Lama kommt auch der Papst jetzt zum Schluss, dass es der Erde ohne Menschen besser ginge.

Der goldene Frosch aus dem Buch von Elizabeth Kolbert schien uns von der Tagessau, auch im Hinblick auf die Panama Papers, eine gute Metapher zu sein, um die Geldgier, Konsumsucht, Geltungssucht und Fresssucht im Einklang mit dem Goldenen Kalb aus dem Alten Testament und der Habgier des Menschen zu verdeutlichen. Momentan will die EU unter Merkels Führung noch mehr goldene Kälber und goldene Wohlstandfrösche züchten, obwohl über 7 Milliarden Menschen den Planeten Erde längst kahl gefressen haben und nebenbei wir in einem Meer voller Mikroplastik schwimmen und unser Trinkwasser von Chemie verseucht wird in einer von Elektrosmog verstrahlten Umwelt. Es ist nach wie vor keine Einsicht zu erwarten, denn die Banken, die Hochfinanz, Aktionäre, an der Börse notierte Konzerne und Politiker vom Lobbyismus geprägt werden ihr Geld gieriges Verhalten nicht ändern. Eine kleine Weltelite goldener Frösche schwimmt in ihrem eigene Pool und fressen sich wie die Sonnenkönige den feisten Wanst voll.

Das gegenwärtige Problem ist nicht, dass Arten aussterben, dass passierte immer wieder in der Erdgeschichte, sondern dass derart viele Arten aussterben, und zwar in Größenordnungen, wie man es bislang nur bei den fünf Massensterben der Erdgeschichte beobachtet hat.

Heute ist aber nicht ein Meteorit der Grund: Das sechste Massensterben löst der Mensch aus. Denn wir verändern die Ökosysteme der Tiere und Pflanzen schnell, großflächig und gründlich. Wir beuten die natürlichen Ressourcen aus, führen fremde Arten in abgelegene Ökosysteme ein, verschmutzen die Umwelt, ändern das Weltklima, und die immer weiter anwachsende Spezies Mensch erobert auch noch die entlegensten Winkel des Planeten, in denen sich Tiere und Pflanzen bislang ungestört entwickeln konnten. Fauna und Flora können diesem Druck kaum noch standhalten: 83 Prozent der Erdoberfläche werden inzwischen auf die eine oder andere Art vom Menschen genutzt. Dadurch hat sich die Aussterberate im Vergleich zu ruhigeren erdgeschichtlichen Zeiten um das 100- bis 1000fache erhöht.

Washington – Das Artensterben beschleunigt sich dramatisch: Heute sind einer Studie zufolge drei Mal so viele Arten bedroht, wie in den vergangenen 500 Jahren bereits ausgestorben sind. Der Mensch habe die Aussterberate um das 100- bis 1000-fache über das natürliche Maß hinaus getrieben, berichten US-Forscher in den „Proceedings“ der amerikanischen Akademie der Wissenschaften. Zentren des bevorstehenden Aussterbens, wo stark bedrohte Arten auf einzelne Standorte beschränkt sind. Innerhalb von fünf weltweit bewerteten Taxa (Säugetiere, Vögel, ausgewählte Reptilien, Amphibien und Nadelbäume) finden sich 794 solcher Arten. Diese Arten kommen in 595 Standorten vor, die in tropischen Wäldern konzentriert sind auf Inseln und in Berggebieten. Ihre taxonomische und geographische Verteilung unterscheidet sich erheblich von derjenigen der historischen Aussterben. Dies deutet auf eine Ausweitung der gegenwärtigen Aussterben-Episode über empfindliche Arten und Orte hin zu den artenreichsten Festlandregionen der Erde hin. Nur ein Drittel der Standorte ist rechtlich geschützt, und die meisten sind von intensiver menschlicher Entwicklung umgeben. Diese Gebiete bieten klare Möglichkeiten für dringende Erhaltungsmaßnahmen, um den Artenverlust zu verhindern.

Recent human-induced extinction rates are 100-1,000 times the geological background rate and are predicted to increase another 10-fold (1).

The sites containing such species represent the extremes of two widely accepted principles for prioritizing conservation action: threat (i.e., the likelihood that the biodiversity in that site will be lost) and irreplaceability (i.e., the degree to which options for conservation are lost without the site) (4). Quelle

Wie keine andere Gattung zuvor haben wir Menschen das Leben auf der Erde verändert. In ihrem New York Times-Bestseller erklärt uns Elizabeth Kolbert, wie das geschehen konnte: Sie spricht mit Geologen, die verschwundene Ozeane erforschen, begleitet Botaniker, die der Waldgrenze in den Anden folgen, und begibt sich gemeinsam mit Tierschützern auf die Suche nach den letzten Exemplaren gefährdeter Arten. Sie zeigt, wie ernst die Lage ist, und macht uns zu unmittelbaren Zeugen der dramatischen Ereignisse auf unserem Planeten.
Elizabeth Kolbert

Die Natur ist unerbittlich und unveränderlich, und es ist ihr gleichgültig, ob die verborgenen Gründe und Arten ihres Handelns dem Menschen verständlich sind oder nicht.  Galileo Galilei

Wie will der Mensch die Natur verstehen, er versteht nicht einmal sein eigenes unverantwortliches und dummes Handeln.

24.03.2019 Tagessau

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